Die Bändchendurchschneider

Da sind sie wieder, die Landesministerin, der Bundesstaatssekretär, der Bürgermeister, diverse Abgeordnete aus Bund und Land.
Je nach Anlass sind sie bewaffnet mit Spaten oder Scheren und spielen ersten Spatenstich oder, um eine Straße oder wahlweise Schule zu eröffnen, Bändchendurchschneiden.
Journalisten sind da, machen Photos, die Leute mit den Scherenhänden sollen in die Zeitung kommen.
Anschließend Sektempfang mit Schnittchen und Smalltalk.
Aber dieser Beitrag kritisiert nicht den Sektempfang, das sind, im Vergleich zu den Kosten des eröffneten Bauvorhabens, die berühmten „Peanuts“ (auch wenn man sich fragen kann, ob so etwas in die Zeit passt, während den Tafeln der Nachschub ausgeht).
Nein, dieser Artikel feiert die stillen Helden, die sich für die Rückführung der Staatsverschuldung einsetzen oder das Steuergeld lieber in die Erhaltung bestehender Infrastruktur investieren statt neue Projekte zu initiieren. Die Präsidentin des Rechnungshofs sagte: „Das angekündigte Einnahmeplus von 3,3 Milliarden Euro wird viele neue Ausgabenwünsche auslösen“ und mahnte Schuldenabbau an. Recht hat sie; liebe Bändchendurchschneider, werdet lieber stille Helden!
Text: Jürgen Diel