Elektrifizierung Marschbahn

In der Kreistagssitzung am 07. Februar 2020 brachte die Fraktion der Freien Demokraten im Kreistag eine Resolution zum Thema Marschbahnelektrifizierung ein (vollständiger Text s.u.). Fast allen Fraktionen ist klar, dass die Forderung nach einer durchgehenden Elektrifizierung zukunftsweisend und letztendlich auch existenziell für Nordfriesland wichtig ist. Die Alternative ist eine Abkopplung Nordfrieslands von allen für unsere Region so wichtigen Fernverkehren. Die meisten Fraktionen im Kreistag konnten sich dieser fortschrittlichen Sichtweise der Freien Demokraten anschließen. Nur die SPD war dagegen.
Nun können wir aus der regionalen Presse entnehmen, dass der Bundestagskandidat der zuletzt genannten Partei sich für die Elektrifizierung der Marschbahn einsetzt. Wir freuen uns darüber, dass eineinhalb Jahre später erkannt wurde, dass die FDP richtig lag. Hoffentlich steht die KT-Fraktion hinter ihrem Kandidaten?

Nun freuen wir uns darüber, dass die Landesregierung das Thema Marschbahnelektrifizierung priorisiert behandelt. Man hat auch auf uns gehört.

Antrag der FDP zum Kreistag am 07.02.2020


Beratung und Beschlussfassung über eine Resolution an die Landesregierung Schleswig-Holstein zur durchgehenden Elektrifizierung der Marschbahn

Der Kreistag möge über folgende Resolution an die Bundesregierung beraten und beschießen:

Der Kreis Nordfriesland bittet die Landesregierung, derart auf den Bund einzuwirken, dass – unter Beachtung der Naturschutzverträglichkeit im Wattenmeer – die Planungen für eine durchgehende Elektrifizierung der Marschbahn sofort aufgenommen und die Umsetzung vorangetrieben wird. Um zusätzliche Streckensperrungen zu vermeiden, geschieht dies optimalerweise parallel zum zweigleisigen Ausbau.

Begründung:

– Fachleute der Deutschen Bahn haben zu erkennen gegeben, dass die Beschaffung von Diesellokomotiven immer schwieriger wird. Mit einer Einstellung der Produktion in Deutschland ist in absehbarer Zeit zu rechnen. Eine Umstellung auf Elektrotraktion ist daher unumgänglich.

– (Da die Planungs-/Genehmigungszeiten in Deutschland inzwischen nach Jahrzehnten gemessen werden müssen, ist der sofortige Planungsbeginn unabdingbar.)

– Eine Elektrotraktion verhindert Ruß- und CO2-Ausstoß vor Ort und hilft damit, die Klimaziele von NF zu erreichen. Allein auf der Strecke Niebüll-Westerland mit dem Syltdamm durch das Weltnaturerbe Wattenmeer können auf diese Weise 5 Millionen Liter Diesel allein durch die Autozüge jährlich eingespart werden.

– Elektroloks benötigen für gleiche Leistung weniger Energie und sind deshalb wirtschaftlicher.

– Aufgrund der zu erwartenden Kosteneinsparungen beim Umstieg von der Diesel- auf die Stromversorgung amortisiert sich die Umrüstung auf Elektroloks zeitnah.

– Durch erhöhte Beschleunigungswerte von E-Lokomotiven sind zusätzliche Unterwegshalte bei gleicher Taktung möglich. Die Attraktivität des SPNVs lässt sich dadurch erhöhen.

– Durch eine Elektrifizierung könnte die Marschbahnstrecke mehr touristische und für die Verkehrswende wichtige Personenfernverkehrsverbindungen (ICs) erhalten, deren Zahl im Vergleich zu anderen touristischen Regionen derzeit deutlich zurück bleibt.

– Es steht elektrische Energie in unserer Region ausreichend zur Verfügung.