KT-Sitzung am 06. November 2020: FDP-Initiative für Nordfriesland – Luftfilter für Klassenräume in Schulen

Zusammen mit unseren Kooperationspartnern CDU und Grüne haben wir unter TOP 34 die Prüfung unseres Antrages beantragt. Leider konnten sich die SPD-Kolleginnen und Kollegen nur zu einer Enthaltung und die ansonsten eher sehr sozial eingestellte Partei ‚Zukunft‘ zu einer kompletten Ablehnung entschließen. Beides ist wegen einer Überweisung in Fachausschüsse ein eher ‚ungewöhnliches‘ Verhalten.

TOP: Förderung und Einbau von Luftfilteranlagen in Klassenräume

Wir bitten den ASA und gegebenenfalls den KBA des Kreises Nordfriesland folgendes zu prüfen:
1) Ist der Einsatz von Luftfilteranlagen in Klassenräumen von Schulen in Nordfriesland sinnvoll und wirksam?

2) Könnte deren Beschaffung (und Betrieb) vollständig oder zumindest teilweise aus Landes- und/oder Bundesmitteln finanziert werden?

Im Fall positiver Beratungsergebnisse ist zusammen mit der kommunalen Familie eine Umsetzung zu planen und durchzuführen. Sollten keine Landes- und/oder Bundesmittel zur Verfügung gestellt werden, ist eine wirksame finanzielle Hilfe durch den Kreis zu finden.

Begründung:

Die COVID-19-Pandemie, verursacht durch massive Ansteckungen über Aerosole, ist zur Zeit medizinisch noch nicht beherrschbar. Mund-Nase-Bedeckungen können zwar das Risiko einer direkten Ansteckung vermindern, können aber die Anreicherung von Viren in der Luft geschlossener Räume nicht verhindern. Das wiederkehrende Lüften zur Auskehr der Viren im Herbst, Winter und Frühjahr wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu Ausfällen bei Lehrenden und Lernenden durch Erkältungskrankheiten führen. Bei vermutlich in vielen Schulen kaum zu erreichenden Minimaltemperaturen in Klassenräumen (s.u.) wird sich das ‚Lernklima‘ nicht verbessern. Ein erfolgreiches Lernen ist aber nachhaltig nur in geeigneten Umgebungen möglich.

Ob eine Luftfilteranlage im Klassenzimmer sinnvoll ist, oder ob das angeordnete Lüftungsregime zum Einsatz kommen kann, ist eine individuell zu klärende Frage. Bauphysikalische Gegebenheiten (verbautes Material) und die Leistungsfähigkeit der Heizungsanlage beeinflussen maßgeblich den Temperaturverlauf in den betreffenden Räumen.
Zu beachten bei der Betrachtung ist auf jeden Fall die Arbeitsstättenverordnung, die bei sitzender Tätigkeit eine Raumtemperatur von 20 Grad Celsius vorsieht. Eine im Herbst/Winter/Frühjahr dauerhafte Abweichung über mehrere Stunden in Richtung 18 und weniger Grad Celsius ist für Lernende und Lehrende nicht hinnehmbar.

Den Schulen im Kreisgebiet ist zu empfehlen, bei Außentemperaturen ab 10 Grad Celsius und weniger tageweise stündlich Temperaturmessungen in Klassenräumen durchzuführen und diese in Tabellen zur Auswertung zu erfassen. Dann kann die Frage zum sinnvollen Einsatz von Luftfilteranlagen fundiert geklärt werden.

Der Einsatz von Luftfiltern – wie z.B. durch die Universität der Bundeswehr (s.Anlagen) erforscht – kann effektiv zur Verringerung der Virenbelastung beitragen. Eine technische Referenz liefert das für Klassenräume als geeignet getestete Gerät ‚Trotec-Hochfrequenz-Luftreiniger TAC V+‘.
Eine Befassung im Kreis Nordfriesland scheint damit zur Verbesserung der Lage in Schulen unbedingt notwendig.

Anlagen:
Studie der Universität der Bundeswehr München – Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik (https://www.unibw.de/lrt7/entkeimungsgeraet.pdf )

Schullüftung – Corona Studie RWTH Aachen (https://publications.rwth-aachen.de/record/795437/files/795437.pdf)

https://de.trotec.com/anwendungen/luftreinigung-staub-viren/bakterien-und-virenfreie-raumluft-in-schulen/

Deutsches Ärzteblatt
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/117171/SARS-CoV-2-Luftreiniger-beseitigen-90-der-Aerosole-in-Schulklassen

Luftfilter – zu teuer für die Schulen?

https://www.tagesschau.de/investigativ/monitor/luftfilter-schulen-101.html