Die Kreistagsfraktion der Freien Demokraten Nordfrieslands stellen zum Beginn der Kresitagssitzung am 21.09.2018 zwei Anfragen – 1. Afrikanische Schweinepest und 2. DLRG

Sehr geehrter Herr Landrat,

es ist durchaus keine ausgemachte Sache, dass die Afrikanische Schweinepest nach Schleswig-Holstein, bzw. nach Nordfriesland kommt. Aber die in ca. 200 Betrieben in NF gehaltenen ca. 300.000 Schweine mit einem Marktwert von ca. 25 Mio €, die schlechten Ernteerträge, verbunden mit gesteigerter Notwendigkeit von Futtermittel- und Einstreu-Zukäufen, fordern dazu auf, alles Menschenmögliche zu tun, Nordfriesland und seine Bauern zu schützen.

Nur rechtzeitige Vorsorge berechtigt später, falls notwendig, zu einer Hilfe zur Selbsthilfe, Zuwarten hilft nicht. Unsere Fragen zu diesem Themenkomplex sind daher auch als Anregung zu vorsorgendem Handeln über die vom Bund und Land veranlassten Maßnahmen hinaus zu verstehen.

Die größte Gefahr für das Einschleppen der ASP besteht über virushaltige Materialien, seien es Lebensmittel, Futtermittel oder Einstreu (Stroh).

Aufklärung ist daher das oberste Gebot, besonders da doch viele der Großvieh haltenden Betriebe auch „Ferien auf dem Bauernhof“ anbieten oder Ferienwohnungen vermieten.

– Ist sichergestellt, dass alle landwirtschaftlichen Betriebe, Beherbergungsbetriebe und Ferienhausanbieter mehrsprachiges Aufklärungsmaterial an Arbeitnehmer, auch temporär Beschäftigte und Feriengäste aus Verbreitungsgebieten verteilen können?

– Welche Desinfektionsmöglichkeiten werden für Fahrzeuge aus Verbreitungsgebieten vorgehalten, ggf. in Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer und dem Bauernverband, den Fährbetrieben und der Zugverladung?

– Werden von Einreisenden aus Verbreitungsgebieten mitgebrachte fleischhaltige Lebensmittel (z.B. regionale Spezialitäten!) eingezogen und der Vernichtung zugeführt? Welche (evtl. TKV)?

– Sind landwirtschaftliche Betriebe ausreichend darüber informiert, dass auch aus Verbreitungsgebieten zugekaufte Futtermittel, Heu und Stroh ASP übertragen können?

– Betriebskontrollen sind nach der Schweinehaltungshygieneverordnung durchzuführen. In welchen Intervallen wurden sie vor dem Bekanntwerden von ASP

veranlasst und wie ist der heutige Stand?

– Werden Jagdausübungsberechtigte aus unserem Kreisgebiet, die ja oft auch in Weißrussland, Polen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern jagen, gezielt und wiederholt auf die Übertragungsgefahr hin angesprochen?

Wir hoffen, dass Sie unsere Anfrage zeitnahe beantworten und da, wo Sie noch Lücken sehen, von unseren Anregungen Gebrauch machen.

Anfrage 2


“Sieht die Kreisverwaltung die DLRG im Kreisgebiet als integralen und damit förderungswürdigen Partner im Rahmen des Katastrophenschutz an?”

 

Husum, 19.09.2018

Mit freundlichem Gruß
Jörg Tessin (Fraktionsvorsitzender)