CCS durch die dänische Hintertür? – FDP ruft auf, Einwendungsmöglichkeit zu nutzen

Zur Bekanntmachung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie Clausthal-Zellerfeld, dass die dänische Energiebehörde beabsichtigt, im Bereich der Nordsee, westlich von 6 Grad, 15 Minuten östlicher Länge „fast ausgeförderte Erdgas- und Erdöllagerstätten Unternehmen für CO2-Speicherzwecke anzubieten“ (abgedruckt in den Husumer Nachrichten, dem Nordfriesland Tageblatt, dem Insel-Boten und der Sylter Rundschau vom 7. August 2012) erklärten der FDP-Kreisvorsitzende Jens Kieback, der umwelt- und energiepolitische Sprecher des Kreisvorstands Hermann Schaefer und der Vorsitzende der FDP-Fraktion im nordfriesischen Kreistag Thorsten Schulze:

„Mit großer Sorge nehmen wir die Bekanntmachung im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung zur Kenntnis. Die dänischen Pläne, Unternehmen die CO2-Einlagerung im Meeresboden vor der deutsch-dänischen Nordseeküste anzubieten, untergräbt die schleswig-holsteinische Haltung zur Verklappung von Kohlendioxid. Die FDP Nordfriesland hält jedenfalls an ihrer Position fest, jede CO2-Verpressung im Untergrund sicher auszuschließen.“

Der FDP-Kreisvorsitzende Jens Kieback betonte:
„Wir rufen die Bürgerinnen und Bürger Nordfrieslands und Schleswig-Holsteins auf, ihre Einwendungsmöglichkeiten bis zum 12. Oktober gegen das Vorhaben wahrzunehmen. Die öffentliche Auslegung des „Umweltberichts“ der dänischen Energiebehörde findet vom 17. August bis zum 16. September im Kreishaus Husum sowie im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein statt. Wir haben den energiepolitischen Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, unseren Parteifreund Oliver Kumbartzky aus Dithmarschen gebeten, dazu eine erfolgversprechende Einwendungs-begründung zu erarbeiten, die wir den Bürgerinnen und Bürgern in Kürze unter www.fdp-nf.de als Vorlage anbieten werden, um sie an die dort aufgeführten zuständigen Stellen zu senden.“

Der umwelt- und energiepolitische Sprecher des Kreisvorstandes Hermann Schaefer fügte an:
„Wie wir aus vielen Informationsveranstaltungen wissen, kann sich in nicht gasdichte Kavernen verpresstes Kohlendioxid über viele -zig Kilometer ausbreiten und dabei durch Verdrängen von Salzwasser unser Trinkwasser versalzen sowie an anderen Stellen zurück in die Atmosphäre entweichen. Daher betrifft eine CCS-Unternehmung vor der dänischen Küste auch die deutsche Nordseeküste und Schleswig-Holstein. Was nützt unsere Ablehnung, wenn sie mit der Einführung der CCS-Technologie durch die dänische Hintertür unterlaufen wird? Trinkwasser und Atemluft sind unersetzlich!“

Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kreistag Thorsten Schulze erklärte abschließend:
„Wir werden uns diesem Vorhaben unserer dänischen Nachbarn in Freundschaft, aber mit allen guten Argumenten widersetzen. Die FDP hat dazu einen entsprechenden Antrag für die nächste Sitzung des Kreistags vorbereitet. CO2-Endlager unter dem Meeresboden der Nordsee stellen eine Bedrohung des Weltnaturerbe-Prädikats des Nationalparks Wattenmeer dar. Nachdem die Politik der Dünnsäure-Verklappung in der Nordsee ein Ende gemacht hat, wollen wir unser Meer, mit und von dem wir insbesondere im Tourismus und der Fischerei leben, nicht erneut einem Eingriff preisgeben, dessen Auswirkungen wir nicht beherrschen können.CCS ist keine zeitgemäße Lösung für das Klimaschutzproblem. Technologie, die eine bloße Endlagerung von Kohlendioxid zur Folge hat, zwischen Fachleuten heftig umstritten ist und die die Versicherungswirtschaft wegen der unkalkulierbaren Risiken für nicht versicherbar erklärt, ist weder fortschrittlich noch zukunftsorientiert, sondern unabsehbar zukunftsgefährdend und damit ein Schritt in die falsche Richtung.“

[Gemeinsame Pressemitteilung von Kreisverband und Kreistagsfraktion]

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