FDP Nordfriesland im Gespräch mit Cornelia Conrad

Ist die liberale Bildungspolitik besser als ihr Ruf? Zur Beantwortung dieser Frage hatte der Vorstand des FDP-Kreisverbandes Nordfrieslands die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Cornelia Conrad eingeladen. Moderiert vom stellvertretenden Kreisvorsitzenden Godber Kraas tauschten sich die nordfriesischen Liberalen in freundschaftlicher Atmosphäre mit der Landtagsabgeordneten aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde dann auch offen über bildungspolitische Erfolge der FDP und Regierungsfehler aus.

Die von der Koalition verabschiedete Schulgesetznovelle trage eine deutliche liberale Handschrift, das könne auch die Landes-CDU nicht verleugnen, obwohl sich sie in ihrem kürzlich beschlossenen Bildungspapier für Maßnahmen feiere, die erst von der FDP gegen großen Unions-Widerstand durchgesetzt wurden, erklärte Conrad den anwesenden Vorstands- und interessierten Parteimitgliedern. Es sei nicht deutlich genug herauszustellen, dass die Schulsozialarbeit von der FDP erkämpft worden sei, weil die CDU das nicht in den Haushalt habe einstellen wollen. Nur die FDP stehe gegenüber Eltern und Schülern für eine Wahlmöglichkeit ein, sich für G8 oder G9 entscheiden zu können. Während die CDU auf G8 beharre, steuerten SPD und Grüne mit der Idee einer Einheitsschule weiter auf eine bildungspolitische Sackgasse zu.

v.l.: Kurt Eichert, Cornelia Conrad, Gudrun Eufinger, Godber Kraas und Jörg Tessin

Selbstkritisch analysierte Conrad zusammen mit den Bildungspolitikerinnen des Kreisverbandes, der stellvertretenden Vorsitzenden Gudrun Eufinger und der Vorsitzenden der bildungspolitischen Arbeitsgruppe Ingrid Käsler auch die Unzulänglichkeiten in der politischen Arbeit der FDP und deren Vermittlung im Land. Den Lehrern sei in den letzten Jahren viel zugemutet worden und dies habe sich auch auf die Motivation und die Bereitschaft zur Durchführung außerschulischer Aktivitäten niedergeschlagen. Wichtig sei es außerdem, die Lehrerausbildung noch vor Ende der verkürzten Legislaturperiode den Gegebenheiten anzupassen.

Zum Thema der Schülerbeförderungskosten stellten die nordfriesischen Liberalen gegenüber der Landespolitikerin ihre Position klar: Vor dem Hintergrund früherer Versprechen, die Familien im Flächenkreis würden durch Schulschließungen keinerlei Nachteile erleiden, könne man die Belastung mit Schülerbeförderungskosten nur zurücknehmen – alles andere sei politischer Betrug. Auch wenn man die Haushaltskonsolidierung voll unterstütze, seien zunächst stets andere Sparansätze zu prüfen, bevor man erneut in die Taschen der Eltern greife. Gudrun Eufinger, auch Mitglied im Landesfachausschuss Bildung und Kultur der FDP, brachte diesbezüglich eine mögliche Abschaffung der Schulämter ins Spiel. Bevor man auf weitere Lehrerstellen zugreife, müsse stärker über den von den Liberalen geforderten Bürokratieabbau auch im Bildungsbereich nachgedacht werden.

Gemeinsam war den Anwesenden schließlich die Feststellung, nach sieben Jahren endlich einen ersten maßgeblichen Schritt hin zu einer Sylter Inselferienregelung erreicht zu haben, der es den zumeist im Tourismus tätigen Eltern künftig erlauben soll, vor Saisonbeginn Urlaubszeit mit ihren Kindern verbringen zu können.

Gudrun Eufinger erklärte dazu:

„Cornelia Conrad gebührt unsere Anerkennung. Sie hat sich auf Landesebene der Sache angenommen, den Dialog mit den Betroffenen gesucht und im Ministerium für Unterstützung geworben. Ihr ist zu verdanken, dass wir einen Modellversuch durchführen werden, der sicher erfolgsversprechend sein wird.“

Cornelia Conrad betonte:

„Eine solche Regelung stellt keine Lex Sylt dar! Allerdings haben sich bislang nur Sylter Familien mit diesem Wunsch hörbar zu Wort gemeldet. Dass das Ministerium zugunsten der neuen Frühjahrsferien eine Woche der Herbstferien gekappt habe, anstatt zwei Tage Weihnachtsferien, zwei Tage der Osterferien und bewegliche Ferientage zu streichen ist ein Schönheitsfehler, der so nicht beabsichtigt war. Da muss noch nachgebessert werden!“

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