Friedrich-Naumann-Stiftung: Schulveranstaltungen zur “Gefährlichkeit rechtsextremer Musik”

Am 24. und 25. Oktober 2011 wird die Friedrich-Naumann-Stiftung in jeweils drei Veranstaltungen an der Hermann-Tast-Schule in Husum und der Gemeinschaftsschule Bredstedt über das Thema

“Die Gefährlichkeit rechtsextremer Musik”

informieren. Der Referent Hans Joachim Stockschläger will in den schulinternen Veranstaltungen mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kommen, um Klarheit zu schaffen, was die Rechtsextremen wollen, wenn sie sich der Musik bedienen, um ihre rechtsextremen Parolen zu verbreiten.

Was wollen Extremisten?

Rechtsextremisten hat es seit dem Bestehen der Bundesrepublik gegeben. Sie sind kein neues Phänomen. Extremismus kann nicht nur dem rechten Milieu zugeschrieben werden, sondern existiert auch in anderen Bevölkerungsgruppen. Extremisten können wie folgt definiert werden: Sie lehnen den demokratischen Verfassungsstaat ab und wollen diesen beseitigen. Sie richten sich gegen die Pluralität der Interessen; setzen den Fokus auf eine Ein-Parteienherrschaft. Extremisten grenzen Bevölkerungsgruppen nach dem Freund-Feind-Prinzip aus: anders Denkende, anders Aussehende, anders Lebende. Wer „anders“ ist, definieren die Extremisten und geben vor, im Sinne eines „vermeintlichen“ Allgemeinwohls zu handeln. Diese Definition zeigt, welche Intention Rechtsextremisten verfolgen und mit Stammtischparolen oder mit der Musik kommunizieren.

Die Zielgruppe wäre somit identifiziert: unzufriedene Jugendliche, da diese am empfänglichsten für Parolen seien. Die Rechtsextremisten hätten die prollige, schnelle und laute Musik adaptiert, um ihre Inhalte zu transportieren. Musik eigne sich als „Lockmittel,“ da Jugendliche nicht zu Parteisitzungen oder Vorträgen gehen würden, so Stockschläger.

Was ist heute rechtsextreme Musik?

In den Texten rechtsextremer Songs werden Themen sehr deutlich, verkürzt und mit gefälligem Refrain aufgegriffen. Oftmals werden die Texte auf eine Gruppe als die „Schuldigen“ für vermeintliche Missstände abgezielt. Menschenwürde und Gleichheit aller Menschen sind Fremdworte. Zudem ist äußerst alarmierend, welcher Musikrichtungen sie sich bedienen; kurz gesagt: aller Richtungen.

Damit erreichten sie ein breiteres Publikum (gegenüber der Punk-Bewegung). Erschreckend ist, mit welch perfiden Methoden Rechtsextreme ihre Musik „kreieren“, um Jugendliche anzusprechen. Auch die Verbreitung der CDs folgt diesem Muster. Vor Schulhöfen werden CDs mit demokratiefreundlichen Argumentationen (bspw. unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit) kostenlos verteilt.

Informationen über rechtsextreme Musik, über rechten Populismus, über Stammtischparolen sind die Voraussetzung, um die Methoden von Rechtsextremen zu kennen. Doch müssen aus diesen Kenntnissen auch Handlungen erwachsen. Zivilcourage lautet das Schlagwort! Einmischen, bevor es zu spät ist. Einschreiten, um zu helfen. Lautwerden, um nicht schweigend zuzusehen.

Hans Joachim Stockschläger ist Referent und Dozent bei der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt auf dem Thema Extremismus, insbesondere Rechtsextremismus. Häufig besucht er Schulen und diskutiert mit Jugendlichen.

Moderation und Vorstellung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit durch Philipp Schulze-Kölln, Liberales Gesprächsforum Nordfriesland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

89 − 85 =