FDP Nordfriesland im Gespräch mit… dem Fleischverarbeitungsunternehmen Skare in Niebüll

Ohne Wahlkampfgetöse und mit viel Neugier auf das, was los ist im Kreis, besucht die FDP Nordfriesland seit einiger Zeit regelmäßig kleine und mittelständische Unternehmen, Organisationen und Behörden: “Wir wollen uns gerade in Zeiten ohne Wahlkampf mit Bürgern und Unternehmern unterhalten, uns über die Betriebe in Nordfriesland informieren, mit den Menschen reden und hören, wo der Schuh drückt.” so formuliert es der Kreisvorsitzende Kurt Eichert. Am 15. März 2011 war eine Delegation aus Kreisvorstand und Kreistagsfraktion bei der Niebüller Niederlassung des Fleischverarbeitungsunternehmens Skare.

Empfangen vom Geschäftsführer des Schlachthofes in Niebüll, Herrn Reinhard Annuss, tauschten wir uns in angeregtem Gespräch aus. Der Unternehmer stellte sich unseren Fragen und den Betrieb vor, der seit 2007 zum dänischen Unternehmen Skare gehört, dass ebenfalls ein klassisches Familienunternehmen aus dem Mittelstand ist. Der Niebüller Betrieb beschäftigt 50 eigene Mitarbeiter und 30-50 externe Beschäftigte wie Veterinäre und Gutachter arbeiten zu. Wöchentlich werden 2.000 Sauen und 400 Rinder geschlachtet. Fast alle Tiere kommen aus Schleswig-Holstein, zum überwiegenden Teil sogar aus dem Landesteil Schleswig, also der näheren Umgebung. Der Betrieb sucht seit langem ausgebildete Mitarbeiter und würde auch gerne ausbilden, jedoch fehle der Nachwuchs, beklagte Reinhard Annuss.

FDP Nordfriesland im Gespräch mit...
v.r.: Reinhard Annuss, Heide-Marie Rasch, Kurt Eichert, Axel Schauder, Lothar Knoll, Harmut Brunk und Hermann Schaefer

Die Wünsche des Geschäftsführers an die Politik betrafen zum einen kommunale Planung und spezielle Vorschriften auf Bundesebene. In der Stadtpolitik wäre es wünschenswert, wenn Niebüll seine Klärwerkserweiterung sparsam und kostengünstig plane, damit dem Betrieb eine Erhöhung der ohnehin schon hohen Abwasserkosten erspart bleibe. Außerdem gebe es Wünsche an die kommunale Raumplanung: Es solle nicht noch ein Verbauchermarkt im Gewerbebgebiet angesiedelt werden, der dann als heranrückende Bebauung dem Schlachtbetrieb Probleme mache. Von der Bundespolitik erwarte Annuss, dass die zwangsweise BSE-Testung aufgehoben wird, da sie in den meisten Nachbarländern bereits ausgesetzt worden sei, weil es keine Fälle von BSE mehr gegeben habe. Der Test sei sehr teuer und werde wegen sinkender Probenzahlen auch immer teurer. Schließlich wurde die Problematik der Tiertransporte über weite Strecken angesprochen. Es wäre sinnvoller, die Tiere nicht zu transportieren, sondern sie in der näheren Umgebung zu schlachten, da der Transport für die Tiere eine erhebliche Stressbelastung bedeutet.

Stark beeindruckt waren die FDP von der strikten Hygiene im Betrieb. Ein Zutritt zum Schlachtbereich ist nur mit entsprechender “Verkleidung” und vorheriger Händedesinfektion gestattet. Ein Anblick, der dann doch zum Lachen reizt….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

69 ÷ = 23