Kreisvorstand der FDP Nordfriesland informiert sich über die Lage der Landwirtschaft

Die schleswig-holsteinische Landwirtschaft müßte sich vom reinen Rohstofflieferanten hin zu einer Veredelungsbranche mit neuen Vermarktungsstrategien wandeln, wenn sie in Zukunft auf der Gewinnerseite des Wettbewerbs bleiben und sein will – Das ist das Ergebnis eines Informationsaustausches mit Vertretern des Landesbauernverbandes.  Der Kreisvorstand der FDP Nordfriesland hatte sich auf seiner letzten turnusgemäßen Sitzung im Jahr 2010 schwerpunktmäßig mit der Landwirtschaft befasst.

Der FDP-Kreisvorsitzende Kurt Eichert konnte dazu mit Ulrich Goullon vom Kreisbauernverband Rendsburg-Eckernförde und Hans Friedrichsen vom Kreisbauernverband Husum-Eiderstedt zwei Gäste begrüßen, die Vorstands- und Parteimitgliedern einen inte-ressanten Einblick in die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein verschafften. Landwirtschaft ist immer noch eines der umsatzstärksten Wirtschaftszweige im Land, das ihr Wertschöpfungspotential im Ackerbau, der Milch- und Fleischerzeugung aus verschiedenen Gründen bei weitem nicht auszuschöpfen und im Land zu halten vermag. Ausdrücklich ging es bei dem Austausch daher nicht um die Erzeugung erneuerbarer Energien oder dem bäuerlichen Tourismus, sondern allein um die Chancen und Probleme im Kerngeschäft der Landwirte.

Trotz flexibler Betriebsstrukturen leiden diese nach den Worten der beiden Verbandsvertreter an standortbedingten Fördernachteilen und der Marktferne zu den Verbrauchszentren. Immer noch stelle die regionale Produktvermarktung nur eine Nische dar, zu oft erreiche man nur eine geringe Veredelungstiefe, die allein eine Erhöhung der Erträge verspricht. Die durch die Weiterverarbeitung erzielte Wertschöpfung finde damit bedauerlicherweise außerhalb Schleswig-Holsteins statt. Damit büße man für frühere, kapitale Fehlentscheidungen bei der Schließung und Verlagerung von Veredelungsbetrieben, wie z.B. Schlachthöfen, und allzu konservativen Planungen im Meiereibereich, die zu hohen Kosten allein für den Transport von Schweinen und Milch führen. Bei Futter- und Düngemittelveredelung sei man wettbewerbsfähig, kämpfe aber mit der Flächenkonkurrenz durch die Biogaserzeugung. Von der Politik erwarten die Verbandsvertreter die Ergreifung der notwendigen Maßnahmen, die die Produktionsstandorte sicherten und eine Weiterentwicklung auch finanziell anstoßen – auch Infrastrukturmaßnahmen, wie der B5-Ausbau gehörten dazu.
  
Kurt Eichert bedankte sich bei den Referenten, der informative Austausch sei ein guter Auftakt gewesen, sich künftig wieder mehr den Landwirten zuzuwenden:
   „Wir nordfriesischen Liberalen haben selbstkritisch erkannt, dass wir die fleißigen landwirtschaftlichen Unternehmer an der Westküste aus dem Blick zu verlieren drohten. Für uns sind nicht nur Handel, Handwerk und Gewerbe, Tourismus und die Windkraft wichtige Wirtschaftsfaktoren: Auch die Landwirt-schaft darf und muss sich unserer Aufmerksamkeit sicher sein. Daher wollen wir auch das Gespräch mit den Landwirten vor Ort suchen. Wir haben gelernt, dass es heutzutage einfach nicht mehr reicht, nur landwirtschaftlicher Rohstofflieferant zu sein. Wir unterstützen daher die hiesigen Betriebe in Ihrem Bemühen, durch stärkere Veredelung ihrer Produkte und die Ausarbeitung neuer regionaler Vermark-tungsstrategien eine höhere Wertschöpfung zu erreichen, die auch im Lande bleibt!“

Im Namen der Arbeitsgruppe Infrastruktur der FDP Nordfriesland fügte Rüdiger Kohls hinzu:
   „Die FDP Nordfriesland hält eine stärkere Verknüpfung der hier erzeugten landwirtschaftlichen Pro-dukte mit dem Tourismus für eine zentrale Aufgabe regionaler Wirtschaftsförderung. Eine touristische Vermarktung Nordfrieslands als „Lebensqualitätsregion“ ist geradezu dafür geschaffen, unseren Gästen verstärkt die hochqualitativen Produkte aus der Region anzubieten. Wir sprechen uns daher für eine Unterstützung gerade der wenigen bestehenden Institutionen aus, die diese Verknüpfung bereits vorbildhaft verwirklichen. Daher sei der Kreis davor gewarnt, wie geplant z.B. den „Nordfriesischen Lammtagen“ zugesagte finanzielle Mittel zugunsten anderer Verwendung zu entziehen! Ziel muss es vielmehr sein, die notwendige Infrastruktur zu schaffen, die für eine weitere Entwicklung in der Veredelung und Vermarktung hier produzierter landwirtschaftlicher Erzeugnisse erforderlich ist.“

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