Stromnetz NF – Den Bürger ins Boot holen, mit ihm an einem Erdkabelstrang ziehen!

Die Arbeitsgruppe Infrastruktur der FDP Nordfriesland beschäftigte sich auf ihrer jüngsten Sitzung erneut mit dem „Status quo“ der nordfriesischen Energie-Infrastruktur.

Der Windenergiestandort Nordfriesland wird schon jetzt durch die inadäquate Kapazität des regionalen Stromnetzes an weiterem Wachstum gehindert, weil die Energie, die produziert werden könnte, nicht abtransportiert werden kann – eine wirtschaftliche Verschwendung zu Lasten der nordfriesischen Energieproduzenten und damit eines jeden Stromkunden, der die gesetzlich vorgesehene Erstattung der vergeudeten Strommenge über seine Abrechnung mitbezahlt. Eine ganze Branche, die von und mit der Erzeugung erneuerbarer Energie in Nordfriesland  lebt, erfährt so einen enormen, den überregionalen Wettbewerb verzerrenden Standortnachteil. Nur ein weiterer infrastruktureller Standortnachteil.

„Stromnetz-Politik“ als Teil der regionalen Energiepolitik wird für Nordfriesland daher ein immer wichtigeres Thema, auch wenn der Kreis nur begrenzte politische Gestaltungsmöglichkeiten in der europa- und bundespolitisch bestimmten Rechtsmaterie besitzt. Über seine wirtschaftlichen Beteiligungen kommt ihm jedoch eine besondere Verantwortung in der Vermittlung zwischen Unternehmens- und Bürgerinteressen zu. Planung und Bau neuer Stromtrassen zur besseren Anbindung der Energie- und Klimaschutzregion Nordfriesland an das nationale Netz sind wichtig, sollten aber dennoch stets unter frühzeitiger Beteiligung des Bürgers vor Ort erfolgen. Erstes Stadium der Beteiligung ist dabei stets die transparente Information des Bürgers. Die Arbeitsgruppe Infrastruktur unter dem Vorsitz von Godber Kraas hält es daher für wesentlich, alle Aspekte der Netzeinspeisung und des Netzausbaus, insbesondere die Frage einer Erdverkabelung von Hochspannungstrassen und damit die Sorgen von betroffenen Anwohnern, zusammen mit diesen zu erörtern.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Godber Kraas erklärte dazu:

„Die Arbeitsgruppe Infrastruktur der FDP Nordfriesland spricht sich für eine durch den Kreistag durchzuführende öffentliche Anhörung aus. Wir sind der Meinung, dass eine einseitige Festlegung auf Freilei-tungstrassen den Interessen und Sorgen der Bürger nicht in ausreichendem Maße Rechnung trägt. Die Richtigkeit des pauschalen unternehmerischen Einwands höherer Investitionskosten gegen eine Erdverkabelung wird von Expertenseite schon länger in Frage gestellt. Dies gilt es auch mit strahlungsbiologischen Erkenntnissen abzuwägen. Um zu erreichen, dass Bürger, Politik und Verwaltung „an einem Erdkabelstrang ziehen“ ist ein gemeinsamer Austausch über Chancen und Risiken, Nöte und Notwendigkeiten wichtig! Die nordfriesischen Liberalen sind der Meinung, dass Nordfriesland nicht nur in punkto Windenergie, sondern auch in Sachen Stromnetz Standort der fortschrittlichsten Technologie sein sollte. Dies würde auch nicht zum Schaden des Profils des Netzbetreibers sein.“

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