Gemeinsame Resolution zur Strandung der Glory Amsterdam

KT 23.03.18

Redebeitrag TOP 19 ‚Resolution Glory Amsterdam‘

Man könnte zu dem vorliegenden Antrag sagen: ‚Olle Kamelle‘ (siehe KT vom 17.11.2017, Abg. Uekermann).

Das stimmt zwar, wird aber der Sachlage nicht gerecht. Seit der Pallashavarie vor Amrum bestehen Forderungen nach einem wirksamen Notfallkonzept. Dieses ist auch in großen Teilen umgesetzt worden. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang das Havariekommando in Cuxhaven als Koordinierungsstelle für beteiligte Dienststellen des Bundes und der Länder, die drei in der dt. Bucht verfügbaren Schlepper wobei die Nordic als privatwirtschaftlich operierender Hochsee-Bergungsschlepper besonders zu herauszuheben ist.

Der Fall Glory Amsterdam ist weitestgehend dokumentiert. Etliche Schleppversuche die aus diversen Gründen fehlgeschlagen sind. Im ersten Anlauf vergebliche Versuche, ein Boarding-Team zur Unterstützung des Kapitäns überzusetzen. Missverständnisse auf der Brücke der Glory Amsterdam, weil die Nordic keine Hoheitssymbole trägt. Viele kleine Probleme in der Wirkungskette führten letztlich zur Strandung.

Was lernen wir daraus?

– In rauher See stellen sich manche Dinge anders da, als man es sich hinter dem Ofen vorstellt.

– Hubschrauberbesatzungen sind eines wiederholten Trainings für extreme Wetterbedingungen zu unterziehen.

– Die Durchgriffsmöglichkeiten des dt. Staates gegenüber einem manövrierunfähigen Schiff müssen verbessert werden.

– Die Qualifikation von Schiffsführung und Besatzung, die in der dt. Bucht unterwegs sind muss verbessert werden.

– Die Ergebnisse der Verhandlung müssen abgewartet werden.

– Erfahrungen müssen in Fortentwicklung des Konzeptes einfließen.