FDP Redebeitrag: „Berichterstattung und Beschlussfassung einer Resolution zur Strecke Sylt/Husum“ zum Kreistag am 10.02.2017

Berichterstattung und Beschlussfassung einer Resolution zur Bahnstrecke Sylt/Husum

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebes Publikum,

(Hinweis auf Facebook-Gruppe) die in diesem Haus favorisierte deutsche Bahn zeigt ihr wahres Gesicht. Total verdreckte und zugemüllte Wagen, vollkommen überfüllte Züge, stark verspätete Abfahrten, Totalausfälle ( diese teilweise ohne Hinweise für die Fahrgäste ), Wagenmaterial aus der Mitte des letzten Jahrhunderts, kein Licht, defekte Türen, Heizungen nicht regulierbar. Das sind nur einige Bemerkungen von Reisenden und Pendlern, die total genervt ihr Ziel manchmal und manchmal eben auch nicht erreichen.

Die vom Land Schleswig-Holstein getragene Verkehrsgesellschaft NaSH macht sich einen schlanken Fuß und äußert ihr Bedauern. Welche Rolle, fragen wir uns, spielt in diesem Zusammenhang NaSH? NaSH muss sich in diesem Zusammenhang die Frage gefallen lassen ob sie überhaupt an einer Verbesserung der verkehrlichen Situation in Nordfriesland interessiert ist. Welche Rolle spielt dabei unser Landrat?

Nach Auskunft der Verwaltung wartet man geduldig auf ein irgendwann – ein verbindlicher Termin ist bis jetzt nicht genannt – vorzulegendes Gutachten.

Kann es sein, dass ein Rechtsstreit um defekte Kupplungen den Einsatz des akzeptablen Nord-Ostsee-Bahn-Wagenmaterials andauernd behindert und letztlich unmöglich macht? Sind die vertraglich mit der Deutschen Bahn AG geregelten Modernisierungen in den Wagen angelaufen? Wir befürchten, dass sich nichts tut. Die deutsche Bahn wird so wie vor der Zeit der Nord Ostsee Bahn bekannt ihren Verkehrsauftrag ‚erfüllen‘. Oder sollten wir besser sagen ‚nicht erfüllen‘.
Neulich habe ich auf dem noch bestehenden Streckenast i
n Richtung Mildstedt mehrere NOB-Wagen beobachtet. Einige Personen, vermutlich Kinder, spielten neben den Wagen. Wir befürchten, dass der Entdeckungstrieb nicht nur der Kinder an den unbewachten Wagen zu beträchtlichen Vandalismusschäden führt. Wir werden dann eines Tages von der Deutschen Bahn zu hören bekommen, dass diese Wagen leider nicht mehr reparabel sind und durch anderes Wagenmaterial ersetzt werden müssen. Für Nordfriesland kommen bekanntermaßen nur Fahrzeuge in Betracht, die anderenorts ausgemustert und nicht mehr für zeitgemäß und zumutbar gehalten werden. Wir Nordfriesen sind ja geduldig, manche sagen aber auch „in NF kommt sowieso alles 10 Jahre später!“

Inzwischen merken nicht nur die Fahrgäste und die besonders betroffenen Pendler und insbesondere auch behinderte Menschen welche Schäden die Deutsche Bahn für Nordfriesland anrichtet. Die wirtschaftlichen Schäden, besonders auf der Insel Sylt, sind schwer zu beziffern, die davon betroffenen Unternehmen werden es sicher können Hinzu kommen die nicht mehr hinnehmbaren Belastungen für unsere Pendlerinnen und Pendler sowie die zu uns per Bahn anreisenden Urlauberinnen und Urlauber. Der langfristige Imageschaden für Nordfriesland wird sich in Geldzahlungen kaum aufwiegen lassen. Es ist dringend Abhilfe nötig.

Die Freien Demokraten fordern von DB-Regio:

die sofortige Behebung sämtlicher technischer Störungsquellen am zur Zeit eingesetzten Wagenmaterial sowie deren Umbau damit auch körperlich beeinträchtigte Menschen die Züge nutzen können (alternativ ist für jeden Bahnhof/jeden Haltepunkt genügend Personal bereitzuhalten, damit Menschen mit Beeinträchtigung geholfen werden kann);

eine tägliche Reinigung;

einen angemessenen finanziellen Ausgleich aller wirtschaftlichen Schäden bei den Reisenden/Pendlern und der Sylter Wirtschaft;

den sofortiger Beginn der vertraglich zugesicherten Modernisierungsarbeiten und Ersatz defekter Kupplungen in den NOB-Wagen und umgehender Einsatz dieser Wagen. Sollten sich die NOB-Wagen nicht reparieren lassen, sind umgehend Wagen aus anderen Teilen Deutschlands oder des europ. Auslands zu beschaffen, die keinesfalls älter als 10 Jahre sind und sofort in Betrieb zu nehmen;

eine Fahrpreisorientierung am Alter der eingesetzten Wagen (fährt eine Person in einem Wagen aus den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts zahlt diese Person in Zukunft auf der Strecke Hamburg Sylt und zurück den Fahrpreis der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts).

Sollten diese Forderungen nicht erfüllt werden können, fordern wir das Land Schleswig Holstein auf, sämtliche rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen um die deutsche Bahn dazu zu bewegen, den von ihr übernommenen Auftrag buchstabengetreu abzuwickeln. Eventuelle Zahlungen aus Vertragsstrafen fließen eins zu eins dem Kreis Nordfriesland zu.

Die Freien Demokraten unterstützen uneingeschränkt die vorgelegte Resolution.