Keine Speicherung auf deutschem Hoheitsgebiet

Die Bürger Nordfrieslands sind davon überzeugt, dass die als „CCS-Technologie“ verkaufte Kohlendioxid-Verklappung in schleswig-holsteinischem Boden und unterhalb des Weltnaturerbes Wattenmeer gefährlich und nicht zielführend ist und damit nicht Realität werden darf. Die FDP Nordfriesland nimmt diese Sorgen ernst, die mit guten Argumenten belegt werden können. Ein Viertel Jahrhundert nachdem die Politik der Dünnsäure-Verklappung in der Nordsee eine Ende bereitet hat, droht der Anfang gemacht zu werden – gegen erklärten Willen der Nordfriesen – aus weiten Teilen des Wattenmeeres ein riesiges CO2-Endlager zu machen.

Wir Liberalen fordern ein klares Signal des Bundesgesetzgebers, durch ein bedingungsloses, absolutes Veto-Recht für die Länder den Vorbehalten der betroffenen Bürger Rechnung zu tragen und damit eine entsprechende EU-Richtlinie dahingehend umzusetzen, keinerlei Speicherung auf Teilen des deutschen Hoheitsgebietes zuzulassen!

Die FDP Nordfriesland ruft daher insbesondere die Parteifreunde in Bundestag, Bundesregierung und in den Landesregierungen auf, ein CCS-Gesetz nur mit einer klaren diesbezüglichen Regelung zu beschließen, die einzelne Regionen der Republik später nicht vor vollendete Tatsachen stellt. Ein Versagen, das zu einer Niederlage Schleswig-Holsteins führt, die künftig in Nordfriesland ausgebadet werden muss, ist nicht akzeptabel. Die nordfriesischen Liberalen unterstützen alle ernstgemeinten, konsequenten politischen Schritte zur wirksamen Verteidigung der Interessen des Landes Schleswig-Holsteins und Nordfrieslands auch gegen vermeintliche Bundesinteressen. Wir fordern Politik und Wirtschaft im übrigen dazu auf, endlich Schluss damit zu machen, mit unsäglichem PR-Gequatsche zu suggerieren, dass das „Carbon Dioxide Capture and Storage“ (CCS) eine zeitgemäße Lösung für das Klimaschutzproblem darstellt und technologischen Fortschritt bedeutet. Technologie, die eine bloße Endlagerung von Kohlendioxid zur Folge hat, zwischen Fachleuten heftig umstritten ist und die die Versicherungswirtschaft wegen der unkalkulierbaren Risiken für nicht versicherbar erklärt, ist weder fortschrittlich noch zukunftsorientiert, sondern unabsehbar zukunftsgefährdend und damit ein Schritt in die falsche Richtung. Wichtig ist vielmehr, der wissenschaftlichen Grundlagenforschung zur kaptiven Weiterverarbeitung von CO2 den Weg zu bereiten. Die Entsorgung von CO2 dagegen, die nun unterhalb  d e r Wohlfühl- und Windenergieregion Deutschlands ins Auge gefasst werden soll, zerstört das Image Nordfrieslands als Standort des Naturerlebens, der Erholung und der sauberen Energiewirtschaft durch Wind und Solarkraft. Es gefährdet damit nicht nur die natürlichen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen der hier lebenden Menschen, sondern das Versprechen, dass auch ihre Kinder und Enkelkinder in Zukunft in Nordfriesland leben und arbeiten werden können.

CO2-Endlager stoppen! - CO2.fdp-nf.de
CO2-Endlager stoppen! – CO2.fdp-nf.de

Für die Liberalen in Nordfriesland ist ebensowenig nachvollziehbar, dass Raum und Geld für eine CO2-Pipeline durch die Westküstenregion vorhanden sein soll, aber der Ausbau einer vernünftigen Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur und der Neubau dringend benötigender Stromtrassen zuallerst am politischen Willen zu scheitern scheint. Endlagerung risikoreicher Stoffe ist immer eine außerordentliche Belastung für die zukünftigen Generationen. Aber der Missbrauch gerade dieses Lebensraumes ist im wahrsten Sinne des Wortes „unterirdisch“!