Freie Demokraten fordern: DB-Winkelzüge aufs Abstellgleis

Nach dem jüngsten Bericht des NDR Schleswig-Holstein-Magazins zum Sylt Shuttle Plus der Deutschen Bahn sieht die FDP-Fraktion im nordfriesischen Kreistag den Versuch der DB Fernverkehr, mit den an den Sylt Shuttle angehängten Triebwagen in unzulässiger Weise in den Wettbewerb und den Bahnverkehr einzugreifen, als endgültig entlarvt an.

Rüdiger Kohls, stellvertretendes Mitglied im Wirtschaftsausschuss des Kreistages, sieht den freien Wettbewerb im nordfriesischen Bahnverkehr beschnitten: „Werden Fahrgäste durch DB-Mitarbeiter tatsächlich vor der Nutzung des eigenen Beförderungsangebots gewarnt und sogar davon abgehalten, erhärtet sich der Verdacht, die DB Fernverkehr lasse somit vorsätzlich und ohne wirkliche Geschäfts- oder gar Gewinnerzielungsabsicht leere Züge fahren, nur um die Strecke für den Wettbewerb zu blockieren. Das wäre nichts anderes als gemeinschädlicher Missbrauch ihrer staatlich unterstützten, beherrschenden Marktposition. Nachdem bereits rechtskräftig festgestellt wurde, dass die DB Fernverkehr dem Konkurrenten RDC Deutschland in der Vergangenheit rechtswidrig den Zugang zu den für die Aufnahme von Wettbewerb wesentlichen Verladeeinrichtungen in Niebüll und auf Sylt vorenthalten hat, setzen die Freien Demokraten nun auf die zuständigen Behörden, endlich die Notbremse zu ziehen und die DB Winkelzüge aufs Abstellgleis zu rangieren.“

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Jörg Tessin zieht zwei Wochen nach dem Fahrplanwechsel ein erstes verständnisloses Fazit: „Nunmehr muss jedem klar sein, dass sich die DB Fernverkehr durch das trotzige Klammern an ihr früheres Monopol keinen Gefallen tut und auch der Region einen schlechten Dienst erweist. Das Nadelöhr der Strecke zwischen Niebüll und Westerland durch den vollkommen sinnlosen, weil fahrgastlosen Betrieb des Sylt Shuttle Plus auf Kosten von Insulanern, Pendlern, Gästen und der Umwelt nur weiter zu verengen, wirft einen dunklen Schatten auf die langjährige Verbindung der Insel mit der Deutschen Bahn. Das älteste, Dieselabgase hustende Wagenmaterial war für Nordfriesland stets gut genug. Den Menschen auf Sylt dämmert langsam, dass das langjährige Vertrauen in die Deutsche Bahn ziemlich einseitig war. Sie hat damit jedenfalls jedes Recht verspielt, auch künftig andere Mitbewerber zum Sündenbock für Betriebsbehinderungen zu stempeln.“