FDP Sylt: Kampf zurück ins politische Leben nicht vorbei

„Der FDP Sylt könnte es sicher sehr viel besser gehen, aber wir sind noch da!“ So reagiert der Vorsitzende Karl-Udo Rühl auf Berichte der Sylter Rundschau, es gäbe keine FDP-Untergliederung auf Sylt mehr.

Ein Aufgeben des FDP-Bezirksverbandes ist für die Mitglieder der Freien Demokraten auf Sylt keine Option. Auch nicht nach der verlorenen Bundestagswahl, deren finanzielle und strukturelle Auswirkungen kurzzeitig einen abrupten Strich unter getroffene Verabredungen machte, zusammen mit Kreis- und Landesverband den liberalen Neuanfang auf der Nordsee-Insel zu starten.

Viele Sylter fühlen sich weiter der liberalen Sache verbunden, das zeigen die Landtags- und Bundestagswahlergebnisse. Aber zu einem aktiven Engagement waren über die vergangenen Jahre immer weniger Bürger bereit, viele Sympathisanten scheuten das öffentliche Bekenntnis zu den Freien Demokraten. Für Rühl sind das Folgen auch der bewegten Geschichte einer ehemals selbstbewußten Insel-FDP, die Anfang der 90er im politischen Streit zerbrach: „Aber das ist längst Vergangenheit, wir blicken nach vorne und nicht zurück!“, betont Rühl. Er arbeitet darauf hin, den FDP-Vorsitz bald in jüngere, engagierte Hände übergeben zu können: „Wir fangen hier noch einmal von vorne an. Die FDP-Bundespartei erfindet sich gerade neu, warum nicht auch wir? Dazu braucht es engagierte Mitglieder, die Spaß an politischer Streitbarkeit und Spaß an der aktiven Kommunalpolitik im liberalen Sinne haben.“

Rühl kann für diesen Weg auf besondere Hilfe zurückgreifen. Neben den beiden Kreistagsabgeordneten Jörg Tessin und Gudrun Eufinger hat die ehemalige niedersächsische FDP-Bundestagsabgeordnete Ina Lenke ihre Unterstützung zugesagt. Sie blickt auf eine lange Karriere in Kommunal-, Landes- und Bundespolitik zurück, war Kreisvorsitzende, stellvertretende niedersächsische Landesvorsitzende und langjähriges Mitglied im FDP-Bundesvorstand. Gemeinsam mit Ihrem Mann Klaus Lenke nennt sie die Nordseeinsel seit vielen Jahren ihr „nordfriesisches Zuhause“ und verbringt mehrere Monate im Jahr im eigenen Haus auf Sylt. Sie wird den nordfriesischen Parteifreunden künftig verstärkt ihr umfangreiches politisches Know-How zur Verfügung stellen. Das wurde bereits im Sommer in herzlicher Atmosphäre gemeinsam verabredet.

Karl-Udo Rühl ist überzeugt, dass im politischen Wettbewerb auch künftig Platz für die FDP ist: „Die akuten Probleme der Insel in den Bereichen Wohnungsbau, Verkehr, Arbeits- und Ausbildungsmarkt, Schulen und medizinischer Versorgung haben die in der Sylter Politik vertretenen Parteien und Wählergemeinschaften bisher nicht hinreichend lösen können. Seit Jahren haben einflussschwache nordfriesische Mandatsträger in Kiel und Berlin dafür gesorgt, dass Nordfriesland politisch zum Wurmfortsatz des Landes degradiert wurde. Wir haben trotz guter Kandidaten in dieser Zeit nie die Chance dazu bekommen, es besser zu machen. Es zeigt sich, dass Nordfriesland und die Westküste endlich eine breiter aufgestellte, bessere und einflussreichere Vertretung in der Landes- und Bundespolitik brauchen. Wer das genauso sieht, sollte uns ansprechen!“

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