Jörg Tessin: „Schulpolitik nach dem Motto „Ideologie vor Vernunft“ wird sich rächen!“

Zur Entscheidung des Bildungsministeriums, die Einrichtung einer Oberstufe an der Eider-Treene-Schule in Tönning – als 40.Gemeinschaftsschule im Land gefeiert – zu genehmigen und damit den erst im Dezember erklärten Willen einer breiten Mehrheit des Kreistages zu übergehen, erklärte der Vorsitzende der FDP-Fraktion im nordfriesischen Kreistag, Jörg Tessin:

„In der Politik ist das erste Opfer der Ideologie stets die Vernunft. Nur wenige Tage nach dem proklamierten Schulfrieden einer neuen Schulgesetzgebung, hat die SPD-geführte Landesregierung mit dieser Entscheidung ganz deutlich gemacht, dass sie ihre 2007 begonnenen Strukturveränderungen hin zur Einheitsschule mit unverminderter Arroganz zum Ende bringen will. Auch wenn das bedeutet, den erklärten und zuletzt mit breiter Mehrheit gefassten Willen des nordfriesischen Kreistages zu übergehen und damit in überaus anmaßender Weise in die Schulentwicklungsplanung des Kreises Nordfrieslands einzugreifen.

Ohne Rücksicht auf regionale Gegebenheiten und Zusammenhänge muss sich eine solch kurzsichtige Schulpolitik, Gemeinschaftsschule gegen Gymnasium auszuspielen, in der Zukunft rächen. In Tönning und Umgebung wird es absehbar mit Blick auf den demografischen Wandel zu wenig Schüler für eine Oberstufe geben. Mit den jährlichen Haushaltsfehlbeträgen und einem enormen Schuldenstand der Stadt grenzt das Tönninger Begehren, eine Oberstufe etablieren zu wollen, fast an Fatalismus. Denn damit ist die für ein Gymnasium typische Bildungsvielfalt kaum finanziell darzustellen. So ist die Einrichtung einer Oberstufe zweiter Klasse vorprogrammiert – zum Schaden der künftigen Schülerinnen und Schüler. Ihnen droht der Anspruch auf gut ausgebildete Gymnasiallehrkräfte sowie eine adäquate Sachausstattung vorenthalten zu werden!

Das damit verbundene und vor Ort erkannte Risiko, insbesondere das Nordseegymnasium in St.-Peter-Ording mit seinem guten Ruf zu kannibalisieren, ist nicht durch eine lapidar formulierte Versicherung, dessen Bestand sei durch die vom Ministerium und den SPD-Genossen vor Ort angeschobene Entwicklung nicht gefährdet, aus der Welt geschafft. Die FDP in Nordfriesland nimmt dies als Zusicherung eines umfangreichen Bestandsschutzes und damit auch einer finanziellen Verpflichtungserklärung der Landesregierung zur Kenntnis. Insbesondere die SPD hat sich damit zur Garantin des Nordseegymnasiums gemacht!“

[Pressemitteilung der FDP-Fraktion im nordfriesischen Kreistag]

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