FDP Nordfriesland: Einwendungsvorlage gegen dänisches CO2-Injektionsvorhaben zum Download

In der politischen Auseinandersetzung um das dänische Vorhaben, die mögliche Nutzung von Genehmigungen zur Injektion von CO2 in existierende Erdgas- und Erdölfelder an interessierte Unternehmen auszuschreiben, rücken die nordfriesischen Liberalen nicht von Ihrer Haltung ab, jede künstliche CO2-Eingabe in den Untergrund, unabhängig von dem damit verfolgten Zweck, abzulehnen. Vielmehr ruft die FDP in Nordfriesland dazu auf, den Druck auf die dänische Regierung zu erhöhen, in dem die Einwendungsmöglichkeiten gegen das Vorhaben konsequent genutzt werden. Dazu bietet der FDP-Kreisverband wie zuvor angekündigt, ab sofort eine vierseitige Vorlage zum Download an, die auf der Seite http://CO2.fdp-nf.de zu finden ist.

Der FDP-Kreisvorsitzende Jens Kieback und der Vorsitzende der FDP-Fraktion im nordfriesischen Kreistag Thorsten Schulze erklärten:

„In Zusammenarbeit mit unserem Parteifreund Oliver Kumbartzky, energiepolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag, haben wir eine Formulierung erarbeitet, die die wesentlichen Argumente gegen eine CO2-Injektion in den Untergrund beinhaltet. Wir hoffen, dass sie unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern eine Hilfestellung ist, ihre gerechtfertigte Besorgnis an die zuständigen Stellen zu tragen.

Klick zum Download der Vorlage
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Ungeachtet der Beteuerungen von Seiten der staatlichen dänischen Energiebehörde, es gäbe in Dänemark keine aktuellen Pläne zur Einlagerung von Kohlendioxid aus dem Betrieb von Kohlekraftwerken im Bereich von erschöpften Erdöl- und Erdgaslagerstätten in der zentralen Nordsee, müssen sich unsere dänischen Nachbarn und Freunde angesichts eines unzureichenden, viel zu oberflächlichen Umweltberichts kritische Nachfragen gefallen lassen.

Die dänische Behauptung, das habe aber nichts mit der umstrittenen Kohlendioxideinlagerung mittels CCS-Technologie zu tun, ist sachlich falsch und geeignet, dänische wie deutsche Bevölkerung in die Irre zu führen. Nach ganz herrschender Auffassung gehört auch die Injektion von CO2 in existierende Ölfelder zur Stimulierung der Förderung von Kohlenwasserstoffen (sog. Enhanced oil recovery, EOR) in den Kanon geologischer CO2-Speicherungsoptionen und wird vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie als „CSS-Anwendung“ qualifiziert.

Nachdem im Jahre 2009 das in der Nähe von Aalborg geplante dänische Pilotprojekt des Vattenfall-Konzerns zur CO2-Abscheidung und –Lagerung in der Dimension des bis dahin größten europäischen Lagers für Kohlendioxid an der Standhaftigkeit der dänischen Bevölkerung Jütlands gescheitert war, darf Dänemark nun kein Misstrauen darüber aufkommen lassen, dass nun möglicherweise hinter dem Rücken der alarmierten Öffentlichkeit Fakten geschaffen werden. Wenn keine CO2-Einlagerung in den Meeresgrund, unabhängig von dem damit verfolgten Zweck, beabsichtigt ist, muss es dazu auch keine Ausschreibungen für Genehmigungen geben. Andernfalls leistet man Befürchtungen Vorschub, in der Zukunft könne doch CCS durch die dänische Hintertür kommen. Ein solches CO2-Versteckspiel wäre absolut unwürdig!

Das zuständige Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat daher vollkommen richtig gehandelt, die schleswig-holsteinische Öffentlichkeit auf diese Gefahr hinzuweisen. Die FDP Nordfriesland lehnt jedenfalls die Einleitung von Kohlendioxid in die kohlenwasserstoffhaltigen Erdschichten als alternatives Fördermittel zur Gewinnung zähflüssigen Rest-Erdöls ab.“

[Pressemitteilung der FDP Nordfriesland]

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