Zwischen himmlischer Energie und allzu irdischer Politik – Wolfgang Kubicki in Sprakebüll

FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki besuchte jüngst gemeinsam mit dem FDP-Kreisvorsitzenden Jens Kieback und dem Landtagsabgeordneten Carsten-Peter Brodersen das nordfriesische Sprakebüll, um sich bei Solar- und Windenergieunternehmer Hans-Christian Andresen über Betrieb und Auftragslage zu informieren. Aus einem ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb hatte Andresen ein familiengeführtes Energie-Unternehmen mit rund 60 Mitarbeitern gemacht, das weiteren 50 selbständigen Handwerkern in der Umgebung regelmäßig Aufträge beschert. In einer strukturschwachen Region, die anfangs nicht einmal eine ausreichende Mobilfunkabdeckung hatte – bis Hans-Christian Andresen selbst dafür sorgte.

Politiker und Unternehmer trafen sich in sachlich-konstruktivem Dialog und sprachen auch über die gekürzten Fördergelder für die Solarbranche. Hauptthema dabei: Die Verunsicherung der Unternehmer, notwendige Übergangfristen und den Zwang der Vernunft, die Förderung der Solarenergie zugunsten eines bezahlbaren Strompreises angesichts gesunkener Produktionskosten anzupassen. Hans-Christian Andresen machte seinem Unverständnis gleich zu Beginn des Gesprächs Luft: „Wir können die Grundlast bilden, Höhen und Tiefen ausgleichen. Wind- und Solarenergie passen perfekt zusammen, um am Tage eine Grundlast hinzubekommen. Aber wir brauchen verlässliche Zahlen und ein Netz, in dem wir den produzierten Strom auch speichern können.“ Wolfgang Kubicki zeigte Verständnis für die Sorgen um Investitionen in Planung und Arbeitsleistung, die man im Vertrauen auf die Förderregelungen getätigt habe, sagte aber auch: „Fakt ist, dass wir die Förderung drosseln müssen, um die Strompreise bezahlbar zu halten.“ Politische Maßnahmen dürften nicht dazu führen, dass Projekte, die auf der geltenden Rechtsgrundlage geplant seien, in die Verlustzone zu laufen drohten. „Wir haben aber auch das Problem, dass jeder von uns ab 2014 in ganz Europa Strom einkaufen kann. Das ist der europäische offene Markt. Wir müssen den Strompreis in Deutschland also so gestalten, dass wir mit unseren europäischen Freunden mithalten können.“

Marten Jensen, Geschäftsführer der EasyWind GmbH, dessen Unternehmen sich auf den Bau von Kleinwindanlagen spezialisiert hat und auf dem Konversionsgelände in Enge-Sande mit Unternehmer Andresen zusammenarbeiten möchte, berichtete von Schwierigkeiten mit der Landesplanung bei der geplanten Erweiterung. Ein Offshore-Trainingszentrum sei geplant, ein Containersystem mit Speichertechnik solle im Rahmen einer kombinierten Windkraft- und Solaranlage vermarktet werden. Dazu habe eine Flensburger Firma einen Batterie-Container mit einer Speicherleistung von 700KW entwickelt. Die UNO-Einkaufsorganisation interessiere sich brennend dafür, um es in Entwicklungsländern einzusetzen. „Aber wir kommen nicht vorwärts, weil wir uns in Kleinigkeiten gegenüber dem Innenministerium des Landes rechtfertigen müssen, während wir die Technik bereits weltweit vermarkten. Die Interessenten kommen aus Afrika hierher, und wir können ihnen hier vor Ort nichts präsentieren. Das geht doch nicht“, erklärte Jensen. Er konnte mit der von seiner Firma entwickelten Kleinwindanlage sogar dänische Kunden überzeugen und ist damit der erste nicht-dänische Anbieter im Nachbarland. Aber produziert würden die nächsten 80 Anlagen immer noch in Köln, weil man in Enge-Sande immer noch kein Baurecht habe, um die Produktion aufbauen zu können. Wolfgang Kubicki sagte seine Unterstützung zu.

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