Freiwillige Feuerwehr Bredstedt im Gespräch mit dem FDP-Bezirksverband Stollberg

Jörg Tessin, der Vorsitzende des FDP-Bezirksverband Stollberg, informierte sich bei Kai Lorenzen, dem Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Bredstedt, über den aktuellen Sachstand nach dem  Brand der Bredstedter Gemeinschaftsschule. Vorangegangen war ein Leserbrief  Jörg Tessins, der in den Husumer Nachrichten leider nur gekürzt abgedruckt worden war, und ihn so „in ein schiefes Licht“ geraten ließ [Vollständiger Leserbrief siehe unten!]. Durch persönliche Gespräche wurde die „Schieflage“ begradigt.

Jörg Tessin im Gespräch mit Kai Lorenzen
Jörg Tessin im Gespräch mit Kai Lorenzen

Das Thema „Brandschutz“ ist für beide aber noch lange nicht vom Tisch. In diesem Fall ist es offensichtlich wie so oft: Erst muss etwas  passieren und dann wird man aus Schaden klug!?

Kai Lorenzen – er lobte während des Gesprächs die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bredstedt – brachte seine Erleichterung darüber zum Ausdruck, dass niemand bei dem Brand verletzt wurde.  Beide waren sich schnell einig, dass es jetzt gilt, nicht übereilt zu handeln, sondern die Hintergründe des Brandes gründlich zu beleuchten, damit dringend notwendige umfassende Konsequenzen gezogen werden können. Dies betrifft z.B. bau-technische Aspekte des Neubauvorhabens an der Schule, das Problem der angemes-senen Wasserversorgung und der ausreichenden und sicheren Zufahrtswege für die Freiwillige Feuerwehr und deren personelle Präsenz vor Ort. Hierzu muss es erlaubt sein, auch „unbequeme“ Fragen zu stellen bzw. kritische Anmerkungen zu machen.  Nur so kann sichergestellt werden, dass es in einem Wiederholungsfall keine Verletzten oder womöglich Tote gibt, denn in Bredstedt und Umgebung gibt es weitere Großbauten, in denen sich viele Menschen aufhalten, die gerettet werden müssen, wenn es zu einem Brand kommt.

Gerne möchte Jörg Tessin im Oktober anlässlich einer geplanten Vorstandssitzung des Bezirksverbandes über seine Gespräche berichten und zu seinem Leserbrief Stellung nehmen. Auf gar keinen Fall sei es seine Absicht gewesen, betonte Jörg Tessin nachdrücklich, die Leistung der aktiven  Feuerwehrleute zu diskreditieren. Ganz im Gegenteil habe er Verantwortliche anregen wollen, deren Arbeitsbedingungen zu verbessern.
   

Der vollständige Leserbrief im Wortlaut (Die gekürzte Textpassage fettgedruckt):

„Großbrand in Bredstedt am 15.Juli 2010

Der Großbrand in der Gemeinschaftsschule Bredstedt mit einem Millionenschaden lässt bei mir ein flaues Gefühl in der Magengrube zurück. Es stellen sich für mich nach diesem  Ereignis bei dem zum Glück keine Menschenleben gefährdet waren mehrere Fragen:

  1. Welche technischen Vorkehrungen sind beim Bau des neuen Gebäudeteils getroffen worden, um ein Übergreifen eines möglichen Brandes verhindern zu können?
  2. Wie sicher sind Schulkinder und Lehrkräfte in einem derart großen Gebäudekomplex untergebracht?
  3. Wie gut sind die freiwilligen Wehren gerüstet, um einen Großbrand in dem geschehenen Ausmaß wirkungsvoll bekämpfen zu können?

Eine eventuell vorhandene Brandschutzmauer zwischen der alten Turnhalle und dem neuen Anbau hat, wenn sie denn vorhanden war, ihre Aufgabe offensichtlich nicht erfüllt. Die in der Schule verbauten Baustoffe haben die Turnhalle nach Entzündung fast explosionsartig in Rauch aufgehen lassen. Die freiwilligen Wehren bestanden beim Ausbruch des Brandes nicht aus 8 Wehren der Umgebung. Vielmehr wurde dem Großbrand zwischen 10:45 Uhr bis 11:15 Uhr (in der Zeit habe ich die Löscharbeiten beobachtet) mit zwei C-Rohren der Bredstedter Wehr begegnet. Ein Abkühlen der Wand des Neubaus (der nachmittags abbrannte („wg. der Strahlungswärme“, Kai Lorenzen, Wehrführer Bredstedt)) habe ich in der genannten Zeit nicht gesehen. Gegen 11:15 Uhr, die Turnhalle war schon fast vollständig in sich zusammengestürzt und die Brandbekämpfung konzentrierte sich auf das noch brennende Vordach, beobachtete ich die Anfahrt von zwei Fahrzeugen der Bordelumer Wehr, die aber nicht aktiv in das Geschehen eingriffen.  

Neben den zu verbessernden baulichen Anforderungen an Einrichtungen in denen sich größere Menschenmengen aufhalten (also auch Kliniken, Altersheime, Kindergärten usw.) ist ein aktiver technischer Feuerschutz zu fordern. Die freiwilligen Wehren sind nach meiner Beobachtung technisch gut gerüstet, aber es stehen am Tag und in der Urlaubszeit vermutlich nicht genügend Freiwillige zur Verfügung, die als gut ausgebildete Helfer fungieren können. Es ist nach dieser Erfahrung in Bredstedt zu überlegen, ob auf Amtsebene eine professionellere Hilfe für Katastrophenfälle bereitstehen muss. 

Damit kein falscher Eindruck entsteht möchte ich ausdrücklich den am Brandort tätigen Wehrfrauen und -männern danken, die sich an diesem und weiteren Einsätzen beteiligt haben. Möchte aber die politisch Handelnden auffordern, die Sicherheit im Amtsbereich Mittleres Nordfriesland zu verbessern.“

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