FDP Nordfriesland im Gespräch mit dem „Verein Infrastruktur Vestkysten/Westküste“

In seiner letzten Sitzung informierte sich der Kreisvorstand der FDP Nordfriesland über die Arbeit des „Vereins Infrastruktur Vestkysten/Westküste“. Im Juni 2009 zählten zu den Gründungsmitgliedern dieses Vereins die IHK Flensburg, die Kommune Tondern, die Kreise Nordfriesland und Dithmarschen, die Städte Brunsbüttel, Heide, Husum, Niebüll und Leck, zahlreiche Betriebe, Verbände, Vereine, Parteien auf dänischer und deutscher Seite und die FDP Nordfrieslands selbst. Jüngstes und prominentestes Vereinsmitglied ist seit seinem letzten Besuch in Nordfriesland Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Der Verein wirbt für Verbesserungen der Westküsteninfrastruktur Straßen-, Schienen-, Luftverkehr und die Schifffahrt. Damit  engagiert er sich für und nicht gegen eine Sache.

Der Geschäftsführer der Husumer Geschäftsstelle der IHK Flensburg und Vereinsgeschäftsführer Peter Becker folgte der Einladung der FDP Nordfriesland und „stand Rede und Antwort“. Das Hauptaugenmerk des Vereins gilt dem mehrspurigen Ausbau der Bundesstraße 5 zwischen Itzehoe, Heide und Esbjerg. Im August wird sich Herr Ramsauer mit dem dänischen Verkehrsminister sowie dänischen und regionalen Folketings- und Bundestagsabgeordneten zu einem Gespräch über den Ausbau der B5 und die dänische Anbindung  treffen.

Vorrang hat der schnelle B5-Ausbau zwischen Tönning und Husum sowie die Ortsumgehung Hattstedt, Struckum, Breklum und Bredstedt. Hier werden ab 2012 Planfeststellungsverfahren für alle drei Bauabschnitte parallel forciert, damit die Trasse feststeht, wenn Geld für den Bau zur Verfügung gestellt wird. Weil zusätzliche Maut-Einnahmen zu erwarten seien, konnte Herr Ramsauer zusichern, die finanziellen Mittel für die Planung nicht weiter zu kürzen.

Nördlich von Bredstedt werden allerdings nur Straßenschäden im Bereich Niebüll – Klixbüll behoben.

Im Rahmen eines Interregprojekts wird in Kürze eine Studie zur Wertschöpfung regionaler Verkehrswege erstellt, und zwar mit Unterstützung des Vereins, der Wirtschaftsförderungs-gesellschaft Nordfriesland und weiterer dänischer und deutscher Institutionen. Die Studie soll Antwort geben auf Fragen nach Kosten, wirtschaftlichen Folgen für Gewerbe, Tourismus, Windenergie und Logistik. 300.000,00 € stehen dafür zur Verfügung. Es wird eine Ausschreibung dazu geben.

Peter Becker sprach sich klar für den mehrspurigen und gegen den vierspurigen B5-Ausbau aus. Alles andere sei zur Zeit ein „chancenloses Unterfangen“. Besser sei eine Ertüchtigung der B5 mit einem vernünftigen Anschluss auf dänischer Seite, die daran ebenfalls sehr interessiert sei. Die gesamte bisherige Planung richte sich an drei Spuren aus unter Berücksichtigung anliegender Naturschutzgebiete. Für vier Spuren sei eine neue Trassierung nötig. Ferner reiche dafür das Verkehrsaufkommen nicht aus.

Die Nutzer des Schienenverkehrs zwischen Heide, Husum und Büsum – also viele Pendler – werden ab November wegen Baumaßnahmen mit Sperrungen und Schienenersatzverkehr „kämpfen“ müssen. In Richtung Büsum kann das unter Umständen bis zu sechs Monaten dauern. Für den Herbst plant der Verein Gespräche mit der Landesweiten Verkehrssicherheitsgesellschaft mbH über eine mögliche „Verlängerung“ des „Kulturzuges“ in Richtung Norden. Diese Verkehrsverbindung war als Versuch gedacht und wird gut angenommen. Der Zug fährt sonnabends um 23.50 Uhr von Hamburg-Altona bis Husum.

Die Zukunft Husums hängt ganz entscheidend ab von der Entwicklung der Hafens. Angedacht ist ein Gesprächskreis Hafenkooperation Nordseehäfen zur Erarbeitung Konzepts zur Schaffung guter Standortbedingungen sowie eines Leistungsangebots, das als Grundlage für ein Gespräch mit dem Ministerium über die Zukunft der Häfen. Husum könnte eine Rolle als Service- und Wartungsstützpunkt für Windkraftanlagen übernehmen. Unumgänglich dafür sei dann auch die Anbindung des Hafens an die B5, egal ob in Form einer Kreis-, Stadt- oder Landesstraße. Die Kommune denkt offensichtlich über eine mögliche Vorfinanzierung nach. Dort ansässige Unternehmen müssen zum „Bleiben„ bewogen werden.

Der Vorsitzende des FDP-Kreisvorstandes Kurt Eichert bedankte sich bei die Ausführungen und wünschte Peter Becker weiterhin viel Erfolg bei der Lobbyarbeit des Vereins und sich, dass der Verein noch „lauter“ wird. Ursprünglich sollte die B5 eine Anbindung der Menschen in Richtung Süden gewährleisten, mittlerweile werde sie aber auch benötigt, um Menschen nach Nordfriesland zu bringen, führte Kurt Eichert aus.

(W. Kühl-Tessin)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.